Das Geheimnis der Jahreskreisfeste – Wie 8 Feste dein Jahr verzaubern
- Asa Buchmann
- 17. Feb.
- 4 Min. Lesezeit

In früheren Zeiten, als die Menschen noch tief mit der Natur verbunden lebten, folgten sie dem Rhythmus von Sonne und Mond. Heute ist es nicht mehr notwendig, sich den Gegebenheiten der Jahreszeiten anzupassen – und doch sehnen sich immer mehr Menschen nach dieser Verbindung. Sie besinnen sich auf die uralten Traditionen der Jahreskreisfeste, um wieder im Einklang mit der Natur und ihrem eigenen inneren Wandel zu leben.
Die Jahreskreisfeste spiegeln die natürlichen Zyklen wider: das Erblühen und Reifen, das Ernten und Vergehen, den Neubeginn. Sie schenken uns Momente des Innehaltens, um das zu würdigen, was war, und das zu begrüßen, was kommt. Jeder Abschnitt des Jahres hat seine eigene Energie, seine eigene Botschaft, die uns tiefer mit der Natur - und dadurch mit uns selbst verbinden kann.
Die acht Jahreskreisfeste und ihre Bedeutung
Im Jahreskreis gibt es vier Feste, die sich nach der Sonne richten – die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Sie haben ein relativ festes Datum, da der Sonnenzyklus konstant verläuft. Die anderen vier Feste sind dem Mond zugeordnet und flexibler, da der Mondzyklus nicht so gleichförmig ist wie der Sonnenlauf. Dennoch haben sich auch für diese Feste feste Termine etabliert – vermutlich, um die Planung zu erleichtern.
1. Imbolc (Mondfest, 1./2. Februar)
Imbolc ist das Fest des Neubeginns. Die Tage werden langsam länger, das Licht kehrt zurück, und tief in der Erde regen sich bereits - für uns noch unsichtbar - die Keime. Es ist eine Zeit der Reinigung, der Visionen und der Vorbereitung auf das Kommende. Es erinnert uns daran, dass nach jeder Dunkelheit das Licht wiederkehrt.
2. Ostara (Sonnenfest, 20./21. März – Frühlings-Tagundnachtgleiche)
Ostara ist das Fest des Frühlings, der Balance zwischen Tag und Nacht. Es ist die Zeit des Erwachens – sowohl in der Natur als auch in uns selbst. Die Samen der Hoffnung, die wir im Winter gehegt haben, beginnen zu sprießen. Es ist ein Fest der Erneuerung und der Lebensfreude.
3. Beltane (Mondfest, 30. April/1. Mai)
Beltane feiert die Lebenskraft und die Fruchtbarkeit. Die Erde steht in voller Blüte, und die Lebensfreude entfaltet sich mit voller Kraft. Es ist das Fest der Sinnlichkeit, der Liebe und der Vereinigung. Die Feuer von Beltane symbolisieren Transformation und Hingabe an das Leben.
4. Litha (Sonnenfest, 20./21. Juni – Sommersonnenwende)
An Litha erreicht das Licht seinen Höhepunkt. Es ist der längste Tag des Jahres, ein Fest der Fülle und der Dankbarkeit. Doch in der größten Helligkeit liegt bereits der Keim des Rückzugs – von hier an werden die Tage wieder kürzer. Litha lehrt uns, das Leben in vollen Zügen zu genießen, aber auch, loszulassen.
5. Lammas (auch Lughnasadh) (Mondfest, 1. August)
Lammas markiert den Beginn der Erntezeit. Es ist die Zeit des Dankes für die Fülle, aber auch des Bewusstwerdens, dass alles vergänglich ist. Ein Fest der Wertschätzung für das, was wir erreicht haben – und ein Moment, um innezuhalten und zu feiern.
6. Mabon (Sonnenfest, 22./23. September – Herbst-Tagundnachtgleiche)
Die zweite Tagundnachtgleiche bringt uns wieder in Balance. Mabon ist ein Fest der Reflexion – der Dank für die Ernte des Jahres, aber auch die Vorbereitung auf die dunklere Zeit. Es lädt uns ein, unser eigenes inneres Gleichgewicht zu finden.
7. Samhain (Mondfest, 31. Oktober/1. November)
Samhain ist das Fest der Ahnen, der tiefen Transformation. Wir spüren die Verbindung zwischen den Welten stärker, und wir verbinden uns mit unseren Wurzeln. Es erinnert uns daran, dass alles endet – und dass jeder Tod den Samen eines neuen Anfangs trägt. Es ist eine Zeit des Rückzugs, der Innenschau und des Loslassens.
8. Yule (Sonnenfest, 21./22. Dezember – Wintersonnenwende)
Die längste Nacht des Jahres bringt die Wiedergeburt des Lichts. Yule ist ein Fest der Hoffnung, der Familie und der stillen Besinnung. In der tiefsten Dunkelheit wird das neue Licht geboren, und wir dürfen uns daran erinnern, dass jede Herausforderung eine Verwandlung birgt. In dieser Zeit der Stille schöpfen wir die Kraft für den kommenden Jahreszyklus – denn ohne Phasen der Ruhe kann wahre Kraft nicht wachsen, sondern nur Erschöpfung.
Die Bedeutung des Jahreskreises für uns heute
Mit dem bewussten Gehen durch den Jahreskreis hat sich für mich vieles verändert. Plötzlich war der Januar nicht mehr nur ein Monat, den ich einfach überstehen musste, bis der Frühling näher rückte – er wurde zu einer Zeit der Stille, der Einkehr, der besonderen Schönheit in der Natur. Ich begann, die feinen Farbnuancen im winterlichen Wald zu entdecken, auch wenn kein Schnee lag. Wenn wir uns dem Rhythmus der Natur anvertrauen, erleben wir das Jahr in all seinen Facetten. Wir lernen, die verschiedenen Phasen des Lebens anzunehmen: das Wachsen, das Blühen, das Ernten und das Ruhen. Das Hamsterrad des ständigen Funktionierens wandelt sich in ein magisches Rad der Wunder, und jede Jahreszeit wird zu einer Einladung, etwas in uns selbst zu erkennen und zu feiern.
In einer Welt, die rastlos und fordernd ist, schenken uns die Jahreskreisfeste Momente der Verbindung – mit der Natur, mit den Menschen um uns herum und mit unserem eigenen Inneren. Sie helfen uns, den Fluss des Lebens bewusst zu spüren, anstatt gegen ihn anzukämpfen. Denn wenn wir den Winter nicht mehr nur als Dunkelheit und Kälte sehen, sondern als eine Zeit der Ruhe und Einkehr, wenn der Frühling für uns nicht nur einen Wetterwechsel bedeutet, sondern einen Neubeginn auch in uns selbst, dann erleben wir das Jahr mit mehr Tiefe und Bewusstheit. Wir dürfen loslassen und darauf vertrauen, dass alles zur richtigen Zeit geschieht – genau wie in der Natur.
Und so wird jeder Tag zu einem Teil eines größeren Kreises, den wir mit wachem Herzen durchwandern dürfen. Am besten natürlich mit meinen magischen Wanderungen :-)
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